Wir waren vom 5. bis zum 9. in Swakopmund, also vier Nächte. Swakopmund liegt am Atlantik und ist ungefähr auf der Höhe von Windhoek. Hier leben sehr viele Weiße beziehungsweise Deutsche. So ist die Stadt wirklich sehr anders. Ich würde behaupten, dass wegen dem Meer, der Altstadt und dem höheren Lebensstandard hier gerne Touristen und sogar auch namibische Touristen herkommen. Besonders jetzt über die Weihnachtszeit ist es voll mit namibischen Menschen, die hier die Zeit genießen.
Unsere Vier Tage waren eigentlich nicht wirklich besonders. Trotzdem aber sehr schön. Hier haben wir uns irgendwie zum ersten Mal erholen und ausruhen können. Das Meer mit der Meerluft, dann die angenehmen Temperaturen und natürlich, dass wir nichts machen mussten war einfach toll.
Wir schliefen in einem Hostel mit teilweise Meerblick. Die Gäste waren typische Backpacker oder Familien. An einem Tag wurde unser Hostel von Radfahrern geflutet. Swakopmund war nämlich das Ende eines Radrennens von Windhoek bis Swakopmund. Hier trafen wir zwei Leute aus dem Hostel in Windhoek wieder: Fransis und Michelle. Die Beiden werden im nächsten Beitrag nochmal vorkommen. Das Hostel besteht aus verschiedenen kleinen Häuschen, Containern und einem Hauptbaus, so entsteht überall Platz, an dem es gemütlich ist. Was auch für uns besonders gut war, war das Frühstück. Das war in den 17,50€ inklusive und vollkommen solide. Von hier aus gingen dann unsere Spaziergänge ans Meer oder die Erkundungstouren in die Stadt.

Was in der Stadt sehr besonders ist, ist dass sie quasi zwischen Dünen und Meer liegt. So sieht man in manchen Straßen beides. Apropos Straßen: hier habe ich einiges auszusetzen. Naja eigentlich nur ein Punkt aber der ist schon aber gravierend. Die Straßen waren so groß, dass die ganze Stadt gefühlt nur aus Straßen bestand. Ich habe dann mal mit Schritten ungefähr abgemessen wie breit eine Straße ist. Es waren ungefähr 38 Meter. Jetzt denkt man so an eine viel befahrene Straße mit Mittelstreifen und und und. Aber nein! Es war eine normale Straße im Wohngebiet. Zwei Spuren, also eine in jede Richtung und sowas wie 10 Autos in der Stunde. Und das war überall so. Dann kommen noch die Häuser mit Mauern und großem Garten dazu. So hatte man einen richtigen USA-Vibe. Wobei die Grundstücke und Häuser schon um einiges einladender waren. Die Mauern wagen nicht so hoch wie in Windhoek, es gab keinen Stacheldraht und manch ein Haus hatte sogar nur einen kleinen Zaun. Da musste ich als vielleicht angehender Stadtplaner ein bisschen meckern. Aber naja kommt halt davon, wenn Europäer (in dem Fall Deutsche) hier herkommen und aus dem Nichts diese Stadt bauen wollen.
Als wir so die Stadt angeschaut haben ist uns sehr schnell der deutsche Einfluss aufgefallen. Besonders die Altstadt ist voll von deutschen Sachen. Fachwerkhäuser, der Leuchtturm, die alte Kaserne, eine alte Apotheke und und und. Viele Straßennamen oder Namen von Restaurants sind ebenfalls auf deutsch. So gibt es zum Beispiel die Bismark odertv über die Kaiser Wilhelm Straße. Es folgen ein paar Beispiele:






Nach dem ersten Mal durch die Stadt spazieren habe ich mal nachgeschaut wie denn die Geschichte der Stadt ist. Ich versuche mal zusammenzufassen: Der Name der Stadt kommt vom Fluss Swakop, der hier ins Meer mündet. Heute aber nur noch selten. Ich habe gerade gelesen, dass die letzten Male 2011/12 und an einem Tag 2022 waren. Diese Mündung wurde Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt. Heutzutage zwei Orte weiter unten liegt Walvisbay. Diese Stadt war besetzt durch die Engländer. Um unabhängiger zu sein hatten dann, um die Jahrhundertwende, die Deutschen einen künstlichen Hafen aufgebaut. Nach und nach entstanden hier immer mehr Häuser.So auch der wichtige Bahnhof. Von hieraus bauten die Deutschen dann eine Eisenbahnstrecke rein ins Land. Über genau diese Trasse fahren heute immer noch Züge. Leider war der Hafen und die Stadt auch ein wichtiger Ort, von dem die Deutschen viele Verbrechen begannen haben. Viele namibische Menschen starben mithilfe des Hafens, der Eisenbahn und und und
Was mich besonders wundert ist, dass hier heutzutage immernoch so viele deutsche Straßennamen sind. Und ja nicht einfach nur deutsche Wörter sondern zum Beispiel die Kaiser Wilhelm Straße. Genauso wie dass im Zentrum der Stadt ein Denkmal ist, welches von den Deutschen aufgebaut und deutschen Soldaten gedenkt. Am krassesten ist aber, dass erst 2009 die schwarz-weiß-rote Flagge aus dem Stadtwappen in die Namibia Flagge geändert wurde.
Was uns besonders gefallen hat waren die Landungsbrücke (hier Jetty genannt) und das südliche Ende der Stadt, wo man die großen Dünen sehen kann.




So vergingen hier die Tage bis es am 9. Richtung Walvis Bay ging. Wie wir da hingekommen sind und was dann die letzten Tage so passiert ist kommt morgen. Ich kann schonmal verraten, dass es die Orte sind, die als erstes kommen, wenn man Namibia googlet.
Gute Nacht und liebe Grüße aus dem Hochbett im Hostel. Jetzt wieder in Swakopmund

