Einen ganzen Tag im Bus – Busfahrt von Windhoek nach Livingstone

Lange ist es her, dass es von uns was zu hören gab. Jetzt gibt’s wieder was zu hören. Ich muss jetzt etwas nachholen und so setze ich mich sogar um 22:55 nochmal hin (naja eigentlich liege ich) und fange an ein bisschen zu schreiben was die letzten Tage so passiert ist. Ich kann schonmal verraten, dass das Blog heute nichtmehr online geht sondern erst morgen. Warum? Weil ich so spät nur noch Schwachsinn schreibe. Der muss dann morgens korrigiert werden.

Zuerst möchte ich in diesem Blog schreiben, wie unsere Busfahrt von Windhoek nach Livingstone war. Im nächsten Blog gibt’s dann zu lesen wie unser Weihnachten und die Victoria Falls waren.

Jetzt aber zur Busfahrt: Am 22.12.2024 um 15:00 ging es laut Plan für uns los. Vorher deckten wir uns noch mit Essen und Trinken in der Mall ein und dann ging es Richtung Intercape-Haus. Den Weg kannten wir schon von den Fahrten nach und von Swakopmund. Das einchecken lief wie immer: chaotisch und langsam, trotzdem funktioniert am Ende immer alles. So geht’s dann mit guten 30 min Verspätung los. Auf der Autobahn Richtung Norden.

Unser Bus war sehr modern: Mit Klimaanlage, Strom, Klo und theoretisch Entertainmentprogramm. Unsere Mitreisenden waren hauptsächlich schwarze aus Namibia, Sambia oder Simbabwe und fünf Touristen. Es war schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass wir jetzt nie mehr wieder zurück nach Windhoek und Namibia fahren. Wir kannten uns ja schon ein bisschen aus und so haben wir uns nach und nach auch viel wohler gefühlt. Das einzige was man im Bus machen konnte war: schlafen, aus dem Fenster schauen oder ins Handy schauen. Bis es dunkel wurde habe ich eigentlich nur aus dem Fenster geschaut. Die Landschaft war nicht sehr besonders. Viele trockene Büsche und kleine Bäume, die in der trockenen Erde standen. Das heißt: oben braun-grün und unten rotbraun. Und das fast überall. Der Blick wurde dann von den Kühen oder Ziegen gefangen, die dann natürlich eine Abwechslung waren. Kühe in so einer Landschaft sehen schon sehr komisch aus. Plötzlich schlug das Wetter aber dann sehr stark um. Es wurde dunkel und es fing an zu regnen. Die vielen Blitze und der viele Regen machte eine besondere Stimmung. Der Regen verschwand dann aber auch wieder sehr schnell. Der Sonnenuntergang war dann nochmal besonders schön und dann wurde es stockduster.

Der Bus machte so alle 3 bis 4 Stunden immer eine Pause. Jeder Stop war vollkommen anders. Manchmal war die Tankstelle besonders gut gepflegt und ordentlich, manchmal aber auch vollkommen dreckig und seltsam. So fühlte man sich wohl oder eher nicht so. Ein paar Dinge, die mir bei den Stops im Kopf geblieben sind versuche ich mal zu beschreiben. Der erste Halt: Hier sind Hühner zwischen den Zapfsäulen gelaufen. Und dann der Stop irgendwo nahe der Grenze zu Angola; mitten in der Nacht war hier so ein Treiben. Manche holte Verwante ab, Manche verluden Waren von Einem auf den anderen Lastwagen, Andere versuchten Taxis anzudrehen und und und. Bettelnde Menschen waren hier natürlich auch sehr viele. So war jeder Stop verschieden, doch eines Zug sich durch: egal ob am Tag oder in der Nacht, der Busfahrer ruft: „10 minutes“ und macht das Licht an. Das hieß dann pinkeln und einkaufen für uns alle.

Am Morgen war die Landschaft schon ganz anders. Grünes Laub an den Bäumen, Gras auf dem Boden und manchmal sogar ein kleiner See. Und plötzlich waren überall typische Hütten wie man sie aus Büchern und von Bildern kennt; Richtige Strohhütten. Runde kleine Hütten aus Lehm und Holz mit einem Strohdach. Ich war hin und her gerissen ob die Menschen jetzt bitterarm sind oder ob sie ein einfaches, traditionelles Leben führen. Wahrscheinlich ist es so ein Mittelding. Ich glaube dass es den Menschen dort trotzdem noch viel besser geht als den Menschen direkt an der Autobahn Nähe Windhoek. Die Menschen dort oben im Caprivi Zipfel haben ja wenigstens ein Dach über dem Kopf, ein Grundstück mit Feldern und Beeten und manchmal sogar ein paar Kühe. Dazu sah es so aus, als ob die Häuser in kleinen Dörfern mit Nachbarschaften zusammenstehen. Was für mich besonders faszinierend war, war wie die Menschen dort mit Kühen und einem einfachen Pflug den Acker pflügten. Das sah wirklich aus wie von vor langer Zeit. Den Realitätscheck bekam ich dann, wenn man den Bauern im Adidas T-Shirt gesehen hatte.

Um 10 morgens kamen wir dann zu unserer ersten Border. Wir mussten zuerst aus Namibia auschecken und dann nach Botswana rein.

Aus Namibia raus war wirklich alles super. Es ging schnell und einfach. Obwohl natürlich wieder keiner sagte, was wir machen mussten. Und so trägt man ohne zu fragen seine Daten in irgendwelche Zettel ein. Hier kann man eigentlich fast nichts falsch machen, da die Polizisten sowieso nicht wirklich drauf schauen. Hauptsache man gibt was ab.

Die Einreise nach Botswana war aber wirklich eine Reise für sich. Es fing an, dass wir natürlich alle raus an den Schalter mussten. Das braucht dann eine Weile. Auf dem Weg zum Schalter mussten alle durch so eine Desinfektions-Pfütze. Bei manchen Ländern wie Neuseeland versteh ich das ja, da hier ein besonderes, abgeschottetes Ökosystem ist, aber hier: keine Ahnung. Das Beste war dann auch noch, dass wir alle Schuhe aus dem Gepäck rausholen mussten und auch noch in die Pfütze legen mussten. Nachdem der Bus und ein zufälliger Koffer kontrolliert wurde ging es dann aber weiter. Am Ende hatte das alles fast zwei Stunden gebraucht. Und wir wollten doch gar nicht in Botswana bleiben. Nach dem Grenzübergang rief der Busfahrer: „I tell you guys: this is Botswana.“ Die Fahrt durch Botswana war dann nur 30 min lang.

Schuhe wieder einpacken

Der andere Grenzübergang war dann natürlich, im Gegensatz zu Botswana, nicht so kompliziert, trotzdem dauerte es wieder eine Ewigkeit. Jeder lässt sich hier halt Zeit. Hier bekamen wir dann wieder ohne Probleme ein Visum by arrival. Und dann ging es noch das letzte kleine Stück Richtung Livingstone.

Zambezi River
Auspacken

Den letzten Kilometer ins Hostel wollten wir dann laufen. So mussten wir gefühlt 20 Taxifahrern sagen, dass wir kein Taxi brauchen. Mit dem Rucksack auf dem Rücken wurden wir natürlich noch viel öfter angestarrt als sonst. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Menschen hier freundlicher sind.

Nachdem wir unser Gepäck auf das Bett im Hostel geworfen hatten mussten wir ganz schnell in den Supermarkt und was essen. Und wow der Weg zum und vom Supermarkt war wirklich hart. Wir waren so müde und fertig. Hier in der Stadt war einfach viel mehr los. Viel mehr Menschen, die bettelten und uns etwas andrehen wollten. Dann gab es in zwei Supermärkten gefühlt nichts für auf die Hand zu essen. Der Hungry Lion, ein art KFC, konnte dann nur Bargeld annehmen. Das hieß: auf zur nächsten Bank, aber der eine Automat ging nicht, dann zu Nächsten. Beim Warten bis meine Nummer aufgerufen wird, wurde ich sogar im Laden nach etwas zu Essen gefragt. Am Tisch wurden wir dann nur angestarrt. So war das Ankommen in Livingstone wirklich nicht schön. Nach und nach konnten wir uns von den vielen Eindrücken etwas erholen und es ging ins Bett.

Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen und mit dem Taxi zu einer Lodge in der Nähe der Victoria Falls. Die Lodge war ein Geschenk von Lias Eltern. So konnten wir in der Natur und besonders in Ruhe Weihnachten feiern.

Wie unser Weihnachten und die Victoria Falls waren kommt morgen.