Für mich startete der 24. eigentlich wie die letzten Jahre. Heiligabend feiern wir schon seit langem bei Oma und Opa. Dadurch war Weihnachten für mich auch immer mit reisen verbunden, so war die Taxifahrt zur Maramba River Lodge nicht so ganz besonders. Wobei natürlich alles andere anders war. Das Klima, die Menschen, die Traditionen und und und.
Den teuren Lodge-Aufenthalt wollten wir natürlich vollkommen ausnutzen und so sind wir schon vor Check-In-Zeit angekommen und haben gefragt ob man schon früher einchecken kann. Das ging dann erstmal nicht aber wir konnten an der Bar warten. Und ich kann euch sagen: die Aussicht und die Stimmung dort war traumhaft! Ihr müsst euch vorstellen; in der Stadt ist es laut, es stinkt, die Menschen wollen immer etwas von euch. In der Lodge am Fluss war es wie eine kleine ruhige, grüne Insel.

Wir hatten ein bisschen die Bewertungen gelesen und haben gehofft, dass wir, wie Andere geschrieben haben, Nilpferde oder sogar Elefanten sehen können, aber warum auch immer waren die ganzen drei Tage keine da. Aber die Landschaft, mit Fluss, einem Krokodil und vielen Vögeln machte uns trotzdem ganz munter.
Am 24. telefonierte jeder noch mit seiner Familie und ich mit Jakob. Das war sehr toll. Hat mich aber auch so bisschen aus dem Leben hier gerissen. So waren meine Gedanken gefühlt den ganzen Abend vollkommen durcheinander und irgendwie zuhause. Jetzt nicht so, dass ich Heimweh hatte oder meine Familie und Freunde total vermisse, eher so, dass ich sie einfach gern habe. Am Abend haben wir noch unseren Weihnachtsbaum aufgebaut, den Lena und Papa uns mitgegeben haben. Eigentlich wollten wir nach dem Abendessen im Restaurant noch schön reden und die Zeit gemeinsam verbringen, wir waren aber so müde von den letzten Tagen, dass wir das Essen einpacken und direkt ins Bett mussten.

Am 25. nahmen wir uns nur vor weiter zu planen. Was wir jetzt die nächsten Wochen vorhaben und wie unsere Reiseroute aussieht erzähl ich euch am Ende. Zwei Highlights des Tages waren: die Aussicht beim Frühstück und Affen, die plötzlich neben uns aufkreuzten.


Ausflug zu den Victoria Falls
Am nächsten Morgen ging es für uns los zu den Victoria Falls. Im Nachhinein ein wirklich toller Tag mit viel Abenteuer, aber der Tag fing nur so halb an. Wir wollten ein Taxi bis zum Park auf der sambischen Seite nehmen. Der Taxifahrer wollte aber mit uns weiterfahren, dann waren wir wegen den Preisen vom Taxi und vom Einlass so verwirrt, dass wir ganz schnell gesagt haben: wir machen das alleine und er muss uns nicht abholen. Danach mussten wir uns erstmal über ihn aufregen und uns ein bisschen beruhigen. Der Einlass auf der sambischen Seite hat uns ungefähr 35€ zusammen gekostet. Von hieran kann man bis an die Wasserfälle ran laufen. Entweder oben auf Wasserfall Höhe oder unten, wo das Wasser ankommt.
Von hier an habe ich so viele Bilder gemacht, dass man sehr gut in Bilder erzählen kann wie es vor Ort aussah und was wir gemacht haben.











Danach hieß es für uns durch die Grenze. Wir hatten ein bisschen Angst, dass wir zwar einfach raus aus Sambia können aber nicht mehr einfach zurück können. Am Ende war das aber dann doch ganz easy. Die Frau am Schalter sagte, auf dem Rückweg nur: „welcome back“ und wir bekamen das gleiche Visum nochmal. Wirklich besonders und aufredend war dann der Weg zwischen den Grenzen. Gefühlt eine Ewigkeit liefen wir zwischen LKWs mit vielen anderen Menschen an der vollkommen vermüllten Straße entlang. Die anderen Menschen waren vor allem Touristen von vor Ort und Menschen, die zwischen den Grenzen pendeln.









An der Grenze mussten wir wieder einen Zettel ausfüllen, beidem nur wenige Daten wirklich wichtig waren. Dann mussten wir jeweils 30$ für unser Visum zahlen und es ging weiter. Beim Eintritt in den Park auf der simbabwischen Seite mussten wir nochmal jeweils 50$ zahlen. Das tat schon weh. Die Seite hat sich aber viel mehr gelohnt und das Geld kommt schon wieder zurück, die Chance hier zu sein nicht.









Wir waren ja zu der Zeit da, als die Wasserfälle nicht voll waren. Trotzdem wurden wir von der Gischt nass und man hatte das Gefühl, dass man im Regenwald ist. Deshalb kommt wahrscheinlich auch der Name für den Park: Victoria Falls Rainforest.
Die Stimmung um die Wasserfälle war wirklich sehr toll. Alle Menschen waren glücklich, man wurde sehr oft gegrüßt und es gab viele Begegnungen bei denen Menschen für anderen Menschen Bilder machten. Was ich nicht erwartet hatte, dass so wenige typische Touristen vor Ort waren. Eine Hand voll Europäer haben wir gesehen und noch eine asiatische Reisegruppe; mehr nicht.
Auf dem Weg zurück stempelten wir noch in Simbabwe aus, liefen wieder zurück über die Brücke und durchs Niemandsland und checkten wieder in Sambia ein. Das ging dann doch ganz einfach. Ich hatte irgendwie im Kopf, dass die Menschen an der Grenze viel weniger nett und freundlich sind, bis jetzt gab es aber nur nette oder welche, die kein Bock auf den Job hatten. Alle waren aber immer sehr langsam. Bei der einen Grenze, zum Beispiel, war die Frau schon mit meinem Pass fertig, hat dann aber noch ihrer Kollegin gezeigt welchen Schlüssel sie braucht und so stand ich da, wollte nur meinen Pass wieder haben und musste bestimmt noch zwei Minuten warten. Bei der anderen Grenze gab es irgendwie ein Streit zwischen den Beamten und dann mussten wir halt warten.
Wir Beide sind sehr stolz, dass wir das alles geschafft haben. Ob die Grenzen oder Verhandeln mit den Taxifahrern. Am Ende war es ein wirklich sehr schöner Ausflug, der aber auch sehr abenteuerlich war.
Unser nächsten Pläne
Am Montag geht unser Zug nach Lusaka. Von 20:00 bis 15:00 in der 1. Klasse für umgerechnet 10€ pro Person. Danach wollen wir eigentlich so schnell wie möglich nach Dar es Salam, die größte Stadt in Tansania. Der Zug zwischen Sambia und Tansania ist aber getrennt, sodass wir wahrscheinlich den nächsten verpassen würden. Die neue Route für viele Backpacker ist somit über Malawi. Hier machen wir vermutlich einen Stop am See und in der Hauptstadt Lilongwe und dann geht’s nach Tansania und mit dem Zug nach Dar es Salam. Von hier aus wollen wir noch zum Kilimandscharo. Dann wieder zurück nach Dar es Salam, wo wir die Fähre nach Sansibar nehmen wollen. Von hieraus geht es dann wahrscheinlich über Dubai nach Colombo, Sri Lanka. Jetzt müssen wir heute noch überschlagen, wie lange wir bis nach Sansibar brauchen, sodass wir den Flug buchen können. Das machen wir jetzt gleich.
Grüße Maximilian

