Die Highlights Namibias

Ich sitze gerade auf der Couch im Hostel in Swakopmund und versuche jetzt mal zusammenzutragen was bei uns so in der letzten Woche passiert ist. Es war sehr viel, kann ich schonmal verraten. Sehr viel schöne Natur. Aber auch so viel, dass wir jetzt uns einige Tage hier in Swakopmund gönnen.

Wie schon im letzten Beitrag gesagt ging es am 9. 12. Richtung Walvis Bay. Da das Taxi oder der Bus dahin so viel gekostet hätte haben wir uns gedacht, dass wir mal versuchen zu Trampen. So liefen wir nach dem Check-Out Richtung südlichen Ortende und streckten unseren Daumen raus. Nach etwa 15 min hielt das erste Auto an. In Namibia ist es üblich, dass man die ein klein wenig Geld für das Mitnehmen bezahlt. So zahlten wie umgerechnet 3€ für die 30 Minuten Richtung Walvis Bay. Im Nachhinein hätten wir vielleicht noch mehr verhandeln können, aber das müssen wir noch bisschen mehr lernen. Glaub bei jedem nächsten Mal werden wir besser. Wir wurden vor der Touristeninformation rausgelassen, wo ich dann nachfragen wollte wie der Weg zu unserer Adresse ist. Hier stellte sich heraus, dass wir schon genau richtig waren. Ich war erst skeptisch, aber dann habe ich auch das Schild gesehen und habe unser kleines Häuschen im Hinterhof von den Booking.com Bildern wiedererkannt.

Erste Trampererfahrung auf der Reise

Hier hatten wir zwei Nächte. Am ersten Tag hatten wie kein richtiges Programm außer essen und einkaufen. Am nächsten Tag ging es früh los zum Strand. Hier startete unsere Tour zur sogenannten „Sandwich Harbor“. Das ist der Ort, an dem die Wüste direkt ins Meer geht.

Wir fuhren mit zwei Geländewagen an einer großen Salzmine vorbei. Dann durch ein ausgetrocknetes Flussbett, über kleine Dünen und große Dünen. Hier lasse ich die Bilder für sich sprechen:

Springböcke
„Sandwich Harbor“
Lia auf der Düne
Unsere Kolonne

Was ich besonders krass fand, war der Nebel. Wie alles in diesem Dunst verschwand: die Autos, das Meer und die Dünen.

Dann ging die Tour noch weiter in die Wüste, wo es noch etwas zu Essen gab. Und wow… das Autofahren machte Spaß.

Am nächsten Tag wurden wir um 10 Uhr morgens von Michelle und Francis abgeholt. Wie schon im Blogbeitrag zu Swakopmund verraten kommen die Beiden nochmal auf unserer Reise vor. Wir haben nämlich mit ihnen ein Auto für vier Tage gemietet. Es ist quasi unmöglich ohne Auto zu manchen Orten in Namibia zu kommen und so gibt es zwei Möglichkeiten: entweder eine teure Tour buchen für mehrere Hundert Euro oder selbst ein Auto mieten. Wir entscheiden uns für die Low-Budget-Variante, also das Selbstfahren.

Unsere erste Strecke war von Walvis Bay bis nach Seseriem. Am Anfang noch auf normalen Straßen und später dann nur noch über Schotterpisten. Straßen wie diese:

Unser Auto

Viel Wasser trinken war bei 44°C sehr wichtig.

Lia und Maximilian auf dem Pass

Nach vielen verschiedenen Landschaften wie Steinwüste, Wüste, Steppen, Berge und und und sind wir dann zum ersten Mal zu einer Tankstelle gefahren. Die Tankstelle und die paar Häuser außen herum waren das erste Dorf, dass wir gesehen haben. Die Tankstelle und das Drumherum fand ich so besonders schön, dass ich quasi nur Fotos gemacht habe. Ich zeige euch mal eine kleine Auswahl:

Nach noch einer Stunde Fahrt kamen wir dann bei unserem Campside an. Sehr einfach, aber wunderschön! Hier haben wir dann den Abend genossen. Waren im Pool, haben Karten gespielt (ich habe wieder gewonnen) und haben den Sonnenuntergang angeschaut.

Michelle und Francis schliefen im Zelt und Lia und ich im Auto. Ich hatte, als ich das kleine Auto gesehen habe, schon sehr Angst, dass es schwierige Nächte werden, aber wir waren jede Nacht so müde, dass wir schnell einschliefen. So schliefen wir auf den beiden Vordersitzen bis um 4:30 der Wecker klingelte. Wir mussten so früh aufstehen, weil es mittags quasi unmöglich ist sich die Dünen und das Tal anzuschauen. Die Temperatur zerstört einen dann vollkommen.

Nach einem kurzem Snack bei der Tankstelle vom Campingplatz und etwas sehr wichtigem: das WLAN, ging es wieder ins Auto. An dem Tag war das WLAN besonders wichtig, da der VfB am Abend gespielt hatte. Ich habe ganz schnell nach dem Ergebnis schauen und mich sehr über das 5:1 gegen Young Boys Bern gefreut. Gerade ist jeder Sieg in der Champions League sehr wichtig um noch weiter zu kommen.

Wir warteten kurz am Tor, bis der Nationalpark öffnete und dann ging es los. Alle bis auf Francis schliefen aber direkt wieder ein.

Warten bis wir rein dürfen…

Am Parkplatz angekommen gab es drei Möglichkeiten. Weiter laufen, uns fahren lassen oder selbst durch den tiefen Sand fahren. Wir sind gelaufen. Unser Weg ging erstmal entlang der Straße, wo die Shuttle fahren, dann auf die Düne „Big Daddy“ (die größte Düne der Welt). Von hier aus ging es dann runter ins „Deadvlei“.

Oben angekommen

Die Aussicht war wunderschön! Von hier konnte man die Düne ganz schnell runter rennen. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, dass man das einfach so machen kann. Die Steigung war schon arg. Nach kurzer Überwindung ging es dann runter. Das Gefühl hier runter zu rennen und immer mit jeden Schritt in den Sand zu versinken war sehr sehr toll.

Unten angekommen musste der ganze Sand aus den Schuhen, wenn sie nicht sowieso schon ausgezogen wurden. Von oben sah das Tal eher klein und nicht so besonders aus, als wir unten waren verstanden wir warum so viele hier Instagramfotos machen. So krass wie die Düne fanden wir es aber dann schließlich auch nicht. Verstanden haben wir es, aber nicht selbst gefühlt.

Wenn ich jetzt so die Bilder sehe, dann wirkt es schon sehr sehr krass.

Unsere Laune verändert sich durch die Hitze dann schnell von so:

Zu so:

Nach den Dünen und dem Tal ging es wieder weiter. Nach „Spitzkoppe“ diesmal. Das sind rote, besonders geformte Felsen, die in einer flachen, öden Landschaft stehen. Die Fahrt war wieder sehr anstrengend. Die Hitze, die Sonne und das ewige Sitzen machte uns zu schlaffen.

Fix und fertig

Kurz vor knapp und schon in der Dämmerung fuhr Francis auch noch so komisch, dass wir stecken blieben. Die Reifen drehten sich im Sand fest und wir setzten auf. Da konnte selbst der Allradantrieb nichts machen. Nachdem wir den Sand unterm Auto weggeschaufelt hatten und zwei Männer aus einem Auto, was vorbeigefahren war, mithalfen zu schieben ging es im Dunkeln noch 10 min bis zum Campingplatz. Von der atemberaubenden Lage konnten wir jetzt nichts mehr sehen.

An dem Abend war es zum ersten Mal echt schlimm für mich mit denen beiden. Zwischendrin und jetzt danach haben Lia und ich viel über die beiden gesprochen und gelästert. Es hat einfach nicht gepasst mit uns Vier. Ich kann mal versuchen zu beschreiben wie die Beiden waren:

Ich fange mal mit Michelle an. Sie war 34 kommt aus Deutschland und reist jetzt ganz viel durch die Welt. Sie arbeitet nebenbei als Deutschlehrerin und verdient sich so ihr Reisegeld. Was uns besonders gestört hat war, dass sie so gar nicht konsequent war. Auf der einen Seite hat sie gesagt, dass sie Deutsche und Deutschland gar nicht mag und war auf der anderen Seite wieder mega deutsch. Dann war sie so „ich habe mein Leben im Griff und weiß wie alles läuft“ und auf der anderen Seite war sie dann wieder so blöd. Sie hat so blöde Fragen gestellt, dass ich es manchmal nicht fassen konnte wie sie hier gelandet ist. Was auch noch dazu kam war ihr Männer-Frauen-Denken. Dieses Hin-und-her gab es sehr viel. So konnte man sie gar nicht richtig einschätzen.

Francis war eigentlich ein ganz lieber Mensch. Was uns nur manchmal sehr aufgeregt hat war, dass es so gar nichts gesagt hat was er jetzt macht oder machen möchte. So gab es oft Momente, bei denen wir uns alle drei fragen: „wo ist Francis?“ oder „warum geht es jetzt dahin und macht das aus?“

Beide waren jetzt wirklich nicht schlimm oder böse, aber halt echt anders und auf die Dauer echt anstrengend. Da haben wir uns sehr gefreut, dass wir bald wieder selbstständig unterwegs sind.

Am nächsten Tag machten wir am Vormittag nicht großes. Wir waren im Pool, haben Karten gespielt, Musik gehört und ins Handy geschaut. Hier zwei Chill-Bilder:

Am Nachmittag ging es dann mit einem Guide in die umliegenden Berge; zu Spitzkoppe. Der Guide, ein junger Mann aus dem Dorf vor Ort redete und redete und wir hörten zu und liefen mit. Ich glaube es ist einfach die Bilder der Wanderung zu zeigen. Also:

Wandern an der „Chain“
Malereien von vor langer Zeit
Zebras (aber leider bisschen wie im Zoo)
„The bridge“
Sonnenuntergang in Namibia

Am nächsten Morgen ging es los nach Swakopmund. Diesmal nur zwei Stunden und auf normalen Straßen.

Morgens bei der Abreise

In Swakopmund sind wir jetzt bis Freitag und fahren dann wieder zurück nach Windhoek. Am 22. verlassen wir dann mit dem Bus das Land. Der Bus braucht knapp 24 Stunden von Windhoek bis nach Livingstone in Sambia. Dort feiern wir dann wahrscheinlich Weihnachten in einem schönen Hostel. Die Landschaft ist dann schon um einiges grüner es ist aber auch heißer. Ich freue mich jetzt schon vieles hier gesehen zu haben. Freue mich aber auch sehr jetzt bald weiter zu fahren. Besonders weil es ab jetzt immer einfacher wird von A nach B zu kommen.

Liebe Grüße Maximilian