Windhoek erkunden

Gerade ist es 21:53. Ich liege im Hostel in Swakopmund, eine Stadt am Atlantik. Jetzt hole ich mal nach, was wir so am 3. und 4. Dezember erlebt haben.

Nach dem ersten Tag in Windhoek, an dem wir uns eigentlich nur ausgeruht hatten, haben wir uns, nach einem leckeren Frühstück, auf in die Stadt gemacht. Unser Ziel war es zu schauen wie wir uns von Windhoek fortbewegen wollen beziehungsweise können. Deshalb war unser erster Stopp der Bahnhof.

Zu Fuß gehen in Windhoek ist etwas schwierig. Die meisten Häuser sind typische Häuser wie in den USA: Ein Haus mit Garten großer Garage, vor der ein fetter Jep oder SUV und dann noch typisch wie in armen Ländern eine große Mauer, mit Stromzaun, eingelassene Glasscheiben oder einen Hund. Vor diesen Häusern sind immer unterschiedliche Fußwege (wenn überhaupt welche vorhanden sind). Was wir auch erstmal in unsere Köpfe bekommen müssen ist der Linksverkehr. Bis heute schauen wir oft noch zu erst in die falsche Richtung beim Straße überqueren. Ebenfalls waren die breiten, geraden Straßen, die die Berge hoch und runter gingen sehr neu. Die Straßen übrigens oft mit deutschen Straßennamen, so hieß unsere „Röntgen Straße“.

Deutsche Straßennamen
Weite Straßen

Am Bahnhof angekommen mussten wir leider feststellen, dass der Personenverkehr gar nicht mehr stattfindet. Ich hatte bei „the man in seet 61“, ein Blog über Züge in aller Welt gelesen, dass es nach Corona Schwierigkeiten gab den Personenverkehr wieder zu eröffnen. Im Blog und auf der offiziellen Website von TransNamib, der namibischen Bahn haben wir nichts genaueres gefunden und so hatten wir gehofft wenigstens ein Bisschen mit dem Zug in Namibia zu fahren. Wegen meinem Vater freue ich mich doch immer mit dem Zug zu fahren und habe eine kleine Faszination für Züge. Vor allem aber wäre es doch viel schöner gewesen, beim langen Weg ans Meer im Zug gesessen zu sein. Ich war besonders traurig als ich die Schalter sah und die alten Werbungen und Tafeln, die vor Corona wahrscheinlich noch reich benutzt wurden.

Naja… trotzdem war der Bahnhof interessant und er wurde weithin für den Güterverkehr oder das Bahnmuseum gepflegt.

Jetzt wussten wir wenigstens, dass Bahnfahren in Namibia nichts ist.

Danach ging es in die Innenstadt. Hier wurden wir zum ersten Mal als Touri angequatscht. Es gab alles mögliche. Menschen die bettelten, die etwas zu verkaufen hatten, die uns wo hin fahren wollten oder aber die uns „helfen“ wollten. Hier ging es auch von freundlich bis frech und übergriffig. Was aber Alle gemeinsam hatten, war dass sie Geld wollten.

Unser nächster Stopp war dann eine bekannte, alte Kirche. Sie ist etwas oben auf einem Hügel und ist das Zentrum von einem Kreisverkehr.

Christuskirche

Auf dem Rückweg ging es dann noch einkaufen was meiner Meinung auch immer auch spannend ist. Was gibt es und vor allem, als low-Budget-traveler sehr wichtig: was kostet es. Beispiele für Einkäufe und die Preise folgen.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Katutura. Katutura ist ein Township in der Stadt mit Markt der Lokals. Naja eigentlich nur ich. Lia wollte eigentlich nicht so mit, weil man hier wahrscheinlich noch mehr angequatscht und angebettelt wird.

Da unsere LEFA-App, eine App wie Uber, nicht funktionierte und wir keine Lust hatten ein Taxi herzurufen ließen wir das. Trotzdem waren wir in der Stadt, wo es an diesem Tag irgendwie noch extremer war. Wahrscheinlich müssen wir uns da noch mehr reinfinden, wie man mit solchen Situationen umgeht, wo man angequatscht, angebettelt oder überredet werden soll etwas zu kaufen. Nach ein paar solcher Situationen waren wir so gestresst und genervt, dass wir uns vor einer schicken Bank stritten. Bei der Bank hatten wir das Gefühl, dass sich hier keiner hintraut, der von uns Geld will. Beim streiten wurden wir dann von einem Security Mann beobachtet, der so viel Action nicht gewohnt war. Unser Fazit war dann, dass wir echt noch asozialer und gemeiner bei solchen Begegnungen sein müssen. Dieses Asozialsein tut aber echt manchmal weh. Man will doch auch nett sein. Und dann haben wir uns gefragt warum Menschen denn, wenn sie arm sind, so respektlos sein können.

Nach einem Einkauf ging es dann schnell wieder nach Hause und wir haben uns schon gefreut, dass es morgen Mittag losgeht. Mit dem Bus nach Swakopmund.