Unsere letzten Tage waren ein auf und ab. An Manchen war es wunderschön an Anderen war alles stressig und nervig. Wir haben vieles Neues gesehen und erlebt. Das kann manchmal schön aber manchmal auch sehr anstrengend sein, weil man wieder alles anders machen muss, was man die Tage vorher gut gelernt hatte.
In Lusaka war es am Anfang echt toll. Wir konnten uns ausruhen, wir hatten ein Zimmer für uns alleine und wir hatten eine kleine Oase in der riesigen Stadt. Aber nach und nach wurde es immer anstrengender. Unser Hostel war übriges das hier: Natwange Hostel. Ich vermute mal, dass wir durch die Zugfahrt alles besser fanden als den Zug. Aber nach und nach merkten wir, dass zum Beispiel das Bad im Hostel doch ziemlich eklig war. Genauso auch die Stadt an sich. Für mich war der Trubel in der Stadt am Anfang toll. Irgendwie abenteuerlich, wie alle in Minibussen durch die Gegend fahren oder die riesigen Märkte, wo man alles kaufen kann. Später wurde mir aber auch das zu viel. Man kann vermutlich nicht die ganze Zeit die Armut und den ganzen Müll ausblenden.
In Lusaka gibt es nicht wirklich viel zu sehen, so haben wir uns in der Stadt nur ein paar Märkte angeschaut. Einmal mussten wir noch zum Busbahnhof für internationale Busse und natürlich noch ganz oft zum Supermarkt neben unserem Hostel. Ich könnte jetzt versuchen ewig zu beschreiben, wie die Märkte waren, aber ich glaube das geht besser mit Bildern.








Die Bilder lassen einen aber natürlich nicht den Geruch riechen. Es ist aber auch sehr schwer zu beschreiben wie es roch. Es gab quasi alles bis auf frische Luft.
Was für uns auch noch ein richtiges Erlebnis war war der Busbahnhof. Bilder habe ich leider von hier nicht, weil ich mein Handy nicht rausholen wollte. Hier schauen alle immer direkt auf das Handy und man hat das Gefühl es wird einem gleich aus der Hand gerissen. Hier gibt es ein paar Bilder: Busbahnhof. Hier wurden wir wieder viel mehr angesprochen als auf den Märkten. Auf den Märkten gibt es meistens nichts,was Touristen haben wollen, sodass man quasi in Ruhe gelassen wird. Am Busbahnhof versuchen die Leute dann einem den Weg zu zeigen oder für das eigene Busunternehmen zu werben um Geld zu verdienen. Wir haben es aber geschafft alle Leute abzuweisen und uns zwei Tickets gekauft. Das Problem war nur, dass der Bus um 4:00 morgens gefahren ist. Und so mussten wir uns ein Taxi holen und natürlich ganz früh aufstehen. Bei dem Gedanken, dass wir da quasi in der Nacht in den Bus und durch die Stadt müssen haben wir uns schon ein bisschen unwohl gefühlt.
Busfahrt zu Malawis Hauptstadt Lilongwe
Es war dann aber doch irgendwie angenehmer als erwartet. Der Taxifahrer hat uns bis zum Bus gefahren und wir mussten nur noch einsteigen. Zuvor hatten wir aber ein Problem. Eigentlich hatten wir mit dem Hostel ausgemacht, dass sie uns ein Taxi auf 2:30 bestellen. Dann hätten wir noch genügend Zeit gehabt, bis der Bus fährt. Eine Viertelstunde Fahrt, eine Stunde vorher beim Bus und ein bisschen Luft; das war unser Plan. Aber dann kam das Taxi nicht. Wir sind die ganze Zeit am warten und die Zeit fliegt. Bis wir uns dann entscheiden haben, die Menschen an der Rezeption aufzuwecken und sie zu fragen was los ist. Wahrscheinlich haben sie es vergessen oder wollten es am Morgen buchen. Wir waren auf jeden Fall sauer. Wir hatten extra nochmal nachgefragt und man hätte uns doch wenigstens etwas sagen können aber nein es kam Nix. Wir haben es dann trotzdem auf kurz nach 3 geschafft. Der Bus war schon fast voll. Wir haben gerade so noch zwei Plätze nah nebeneinander gefunden. Um kurz nach 4 waren dann alle drinnen und wir fuhren los.
Ich könnte jetzt ewig über die Busfahrt erzählen. Es war einfach ein Erlebnis an sich. Von ein paar Sachen möchte ich natürlich trotzdem erzählen. Wie vorhin schon gesagt, man sollte eine Stunde vorher da sein. Das war sehr wichtig, da es keine vorgegebenen Sitzplätze gab. Das ist ja an sich jetzt kein riesiges Problem aber das Gepäck musste alles oben rein. So konnte es sein, dass du vollkommen eingequetscht zwischen Koffern sitzen musst oder gar keinen richtigen Platz hattest. Das ganze Gepäck passte natürlich auch nicht unter die Sitze oder oben über die Sitze. So sah der Gang dann so aus:

Die Frau hier links sitzt im Gang auf einer Bierkiste. Hier ein oder auszusteigen war natürlich super schwer. Entweder du läufst über die Lehnen oder du machst riesige Schritte über die Koffer. Eine andere Sache, die uns geschockt hat sieht man hier auch im Bild. Nämlich die blaue Tüte hier. In der Tüte war ein Huhn. Lia hat mir später ganz lustig erzählt, dass sie gehofft hatte, dass es tot war und irgendwann hatte sie sich mal getraut rüber zu schauen und es hat zurückgeschaut. Eine andere Sache, die uns ein Bisschen verstört hat waren zwei Mütter neben uns. Erstmal hatte ich gedacht, dass es eine Mutter mit vier Kindern ist. Zwei so zwischen 14 und 16 und die Anderen so 1 und 2. Dann hat plötzlich die Eine ein Kind gestillt. Wir waren schon echt verwirrt. Für mich war es am komischsten, dass sie selbst noch wie ein Kind aussah. Das fühlte sich so komisch in meinem Kopf an.
Die Busfahrt ging dann bis so um 15 Uhr. In Lilongwe stürzten sich direkt diverse Taxidriver und Menschen mit SIM-Karten und Malwischen Geld auf uns. Wir nahmen uns ein Taxi, bei dem der Busfahrer sagte, dass der Preis gut ist und es ging zur Unterkunft. Diesmal war es kein typisches Hostel; eher eine einfache Lodge. Korea Garden Lodge war der Name. Hier hatten wir ein einfaches Zimmer mit Doppelbett und Bad für 36$ pro Nacht.
Lilongwe
Wir hatten eigentlich vor direkt am nächsten Tag weiter zu fahren, also am Montag den 6. Januar. Der Bus war dann aber bis Donnerstag voll, sodass wir nochmal ordentlich verlängern mussten. Irgendwie passte das gar nicht in unsere Planungen. Dazu war es wieder echt anstrengend alles neu zu lernen. Es gab keine Minibusse mehr aber dafür Motoradtaxis. Dann musste man herausfinden was die Preise dafür sind. Genauso anders war es im Supermarkt, hier war alles irgendwie teurer und es gab weniger Auswahl. Die Stadt an sich finde ich persönlich schon irgendwie besonders. Sie ist sehr grün und irgendwie sauberer. Viel zu sehen gibt es aber nicht. Das einzige was wir gemacht haben war in die Stadt auf den Markt zu gehen. Hier habe ich mir ein Malawi-Fußball-Trikot gekauft. Natürlich nicht original, trotzdem aber vollkommen okay. Gezahlt dafür habe ich ungefähr 12€.


An einem Tag habe ich mich alleine auf den Weg zum Lilongwe Wildlife Centre gemacht. Das ist ein kleiner Naturpark mitten in der Stadt. Hier werden Tiere aufgepäppelt, es gibt ein Café, viel zum lernen und ein paar Wanderwege. Die Stimmung hier war echt schön. Was mich besonders überrascht hatte war, dass es quasi direkt in der Stadt war. Ich wurde leider vollkommen nass. Den ganzen Vormittag war es schon bewölkt und als ich dann schon wieder auf dem Rückweg zum Ausgang war wurde ich vom Platzregen überrascht. Habe mich dann im schönen Café wieder trocken gemacht und mir einen Kakao bestellt.










Busfahrt nach Nkhata Bay
Am Donnerstag haben wir dann unseren Bus nach Nkhata Bay genommen. Es hatte sich nach der anderen Busfahrt angefüllt wie ein Luxusbus. Das Einsteigen war schon viel entspannter. Erstmal hat jeder sein Gepäck unten in den Bus gepackt, dann mussten wir das Ticket zeigen bevor wir in den Bus durften und es hatte natürlich jeder einen vorgegebenen Sitzplatz. So war das vollkommen geordnet und durchgeplant und nicht so ein Chaos wie der Bus nach Lilongwe. Zwischendurch machte eine Frau vom Bus noch Durchsagen, wie im Flugzeug: sie sagte was jetzt passiert und hieß uns willkommen. Dazu gab es sogar noch Snacks und Softdrinks kostenlos für uns alle. Also ein wirklicher Traum. Trotzdem wurde es am Abend noch etwas unangenehmer, als der Bus immer mehr Verspätung bekam. Der Bus hat dann leider auch nicht direkt in der Stadt gehalten, deshalb mussten wir dann noch in der Nacht ein Taxi zu unserem Hostel nehmen. Wir hatten ein bisschen Angst, dass irgendwas passiert aber dann war trotzdem alles gut. Für unseren Taxifahrer war es sogar okay, dass wir erst am nächsten Tag zahlen, da wir nicht mehr genügend Bargeld dabei hatten. Dann hieß es für uns nur noch einchecken, kurz ins WLAN und ins Bett.

