Hier bin ich mal wieder. Lange habt ihr nichts von mir/uns gehört aber jetzt habe ich endlich wieder geschafft mir Zeit zu nehmen und weiter zu berichten. Und so sitze ich jetzt im Hostel auf Sansibar im Hängestuhl und formuliere meine Stichpunkte aus.
Wenn ihr den letzten Beitrag gelesen habt, dann wisst ihr, dass wir mit der Busfahrt nach Nkhata Bay geendet haben. Vieles ist passiert. Viel Abenteuer mit manchen wunderschönen Momenten aber auch vielen anstrengenden Momenten. Auf jeden Fall haben wir vieles mitgenommen und gelernt. Ich glaube, wenn ich jetzt genauso detailreich erzählen würde wie sonst, dann wird der Blogbeitrag ganz schön lang, also nehme ich ein paar Momente heraus von denen ich erzähle. Also: los geht’s!
In Nkhata Bay waren wir vom 9. bis zum 12. Januar. Die Stadt war eigentlich echt süß. Unser Hostel war echt wunderschön, mit wunderbarer Aussicht und eigenem Seezugang.


Hier waren wir dann aber echt zerrissen ob wir schnell weiter sollen oder uns hier etwas ausruhen sollen. Wir waren in unser Zeitplan nach Sansibar schon etwas weiter hinten, sodass wir eigentlich weiter wollten, aber trotzdem wollten und mussten wir uns eigentlich echt mal ausruhen. Besonders das viele Neue macht einen echt müde. Der ausschlaggebende Grund, dass wir dann doch schnell weiter sind war ein Japaner aus dem Hostel, dessen Namen ich leider vergessen habe. Wir haben uns gedacht, dass wir sie nächste Reiseetappe gerne mit ihm reisen würden und dann sind wir mit ihm los. Die nächste Etappe nach Mbeya in Tansania sollte nämlich echt hart werden. Es gibt hier keinen Reisebus sondern nur kleine Minibusse. So muss man ein geteiltes Taxi von Nkhata Bay nach Mzuzu nehmen, dann einen Minibus bis kurz vor der Border, dann wieder ein kleines Taxi bis an die Grenze, hier stempelt man aus und ein und man nimmt den nächsten Minibus nach Mbeya. Also wirklich hart. Da haben wir uns gedacht: ist doch super, wenn wir noch einer mehr sind. So können wir uns in schwierigen Situationen helfen.

Wir haben in einem Blog gelesen von wo nach wo man fahren muss und haben uns dann strikt daran gehalten. Besonders haben wir uns daran gehalten, dass es wichtig ist früh loszufahren, da man gut den ganzen Tag unterwegs ist. Hier macht es jetzt keinen Sinn von jeder Busfahrt und von jeder Begegnung zu erzählen, aber von drei Situationen muss ich auf jeden Fall berichten. Erstens muss ich zeigen mit welchem Bus wir ungefähr 6 Stunden in Malawi Richtung Norden gefahren sind. Das war unser Bus:


Natürlich war er wieder bis zum Rand gefühlt. Es war eng und unbequem aber was soll man machen. Das war der einzige Weg in Richtung Norden. Die Straßen waren teilweise so schlecht, dass unser Busfahrer überall auf der Straße gefahren ist. Mal links, mal rechts, mal in der Mitte. Manchmal musste er, um Löchern im Boden auszuweichen, quer auf der Straße fahren. So ging es 6 Stunden hin und her. Dazu kam noch, dass wir wegen einem Platten mitten im nirgendwo anhalten mussten. Bis hierhin war unsere Laune aber noch okay. An der Grenze wurden wir natürlich wieder nicht in Ruhe gelassen. Simkarte, Geldtauschen, Taxi und und und. Das übliche halt… die nächste erzählenswerte Sache war dann die Grenze zu Tansania. Wir hatten da ein dickes Problem: wir hatten nämlich gedacht, dass man das Visum auch mit Karte zahlen kann. Das konnten wir dann aber nicht. Ich durfte dann ohne Pass und ohne Visum nach Tansania einreisen und dort beim einzigen Geldautomaten Geld abheben. Meine Karte funktionierte aber nicht. So musste Lia ran und das Geld abheben. In der Zeit wurde es schon dunkel und die Grenze wurde wurde nur noch für uns offen gelassen. Wir waren so durch, dass wir nicht mal gemerkt haben, dass wir in der Zeitzone gesprungen sind. Das beschreibt unseren Zustand und die Aufregung sehr gut. Und dann kam noch dazu, dass wir noch nicht mal da waren. Jetzt mussten wir noch schauen, wie wir nach Mbeya kommen. Als wir in der Nacht durch die Grenzstadt geirrt sind wurden wir dann fast noch vollkommen abgezogen. Doch wir fanden zum Glück noch den normalen Bus, der nichtmal ein Zehntel des Preises gekostet hat. Den Bus hätte es übrigens laut dem Taxifahrer nichtmal gegeben. Um kurz vor Mitternacht sind wir endlich im schicksten Hotel, in dem wir wahrscheinlich übernachten werden angekommen. Wir sind schon sehr stolz, dass wie es doch geschafft haben. Es war schrecklich und trotzdem haben wir es am Ende irgendwie gemeistert. Dazu kommt noch, dass das alles auf englisch war, da bin ich richtig stolz drauf!
Zwei Tage später, also am 14. Januar, nahmen wir dann direkt den nächsten Bus Richtung Arusha. Die Fahrt ging über Nacht und quasi einmal vom einen bis zum anderen Ende von Tansania.
In Arusha hatten wir den Plan endlich mal die typischen afrikanischen Tiere zu sehen. Für mich war es schon lange irgendwie ein Ziel mal einen frei lebenden Elefanten zu sehen. Im Ferienlager, auf dem ich öfters in den Sommerferien war, wurde uns kleinen Jungs damals das Buch „der Elefantenflüsterer“ vorgelesen. Dort wurde ich ein Fan von Elefanten und von der Natur in Afrika. Bevor wir die Tiere und die Natur sehen konnten mussten wir aber natürlich eine Safari buchen. Da Arusha quasi die Safari-Hauptstadt ist gab es echt viel Auswahl. Wir haben uns dann für eine Safari in den Tarangire Nationalpark und in den Ngorongoro Krater entschieden. Dafür mussten wir 360€ pro Person zahlen. Das tat schon ein bisschen weh, aber im Nachhinein stellte sich heraus, dass das schon ein Schnäppchen war.
Am 18. Januar ging es ganz früh morgens los. Erstmal mit dem Taxi zum Office und dann mit dem typischen Safariauto zum Tarangire Nationalpark. Wir waren fast so aufgeregt, wie als wir unsere Reise gestartet haben. Im Taxi zum Office hatten wir schon noch ein bisschen Angst, dass wir abgezogen werden. Die Restzweifel waren dann aber vollkommen weg, als wir einfach wirklich mit dem Safariauto über die Schnellstraße rasten. Ich kann gar nicht richtig sagen, wie es sich angefühlt hat das erste mal einen Elefant oder einen Löwen in freier Wildbahn gesehen zu haben. Es war auf jeden Fall sehr aufregend. Der ganze erste Tag fühlte sich wie ein Traum an, der ganz schnell ein einem vorbeizieht; es passierte so viel Neues und Schönes.







Übernachtet haben wir in einem Camp in der Nähe vom Ngorongoro Krater. Hier gabs noch Abendessen und dann fielen wir ganz schön fertig ins Bett. Der nächste Tag wurde noch besser. Wir beide fanden den Ngorongoro Krater nochmal besonderer. Die Aussicht von oben und besonders die vielen Tiere, die hier auf so einem kleinen Ort zusammenleben machen den Ort so besonders. Das viele Grün, die Massen an Tiere und auch irgendwie das friedliche Miteinander der Tiere lassen es wie ein Paradies wirken. Irgendwie fühlte es sich wirklich wie ein Circle-of-life an; Natur die vollkommen ausgeglichen und heile ist. Mein Highlight war auf jeden Fall der ganz große Elefant, der ein paar Meter neben uns vorbeigelaufen ist. Der Löwe direkt neben der Straße war aber auch wirklich sehr krass. Mir fallen jetzt wirklich sehr viele Momente ein, die sehr sehr toll waren. Hier aber auch mal einige Bilder:











Nach der Safari blieben wir noch zwei Tage in Arusha. Wir haben noch gekocht, waren auf dem Markt und ich habe unsere Tasse aus Tansania gekauft. Danach ging es mal wieder mit dem Bus weiter; Diesmal nach Moshi. Moshi ist eine kleine und süße Stadt am Kilimanjaro. Hier war unser einziges Ziel den höchsten Berg Afrikas zu sehen. Wir wären schon gerne hochgegangen, aber dann hätten wir über 1000€ pro Person zahlen müssen und wir hätten noch andere Klamotten gebraucht.
In Moshi wollten wir zum ersten Mal Couchsurfing ausprobieren. So ohne Erfahrung, wie man den besten Host findet haben wir jemand ausgewählt, der das System irgendwie nur so halb richtig verstanden hat. Eigentlich übernachtet man beim sogenannten Host auf der Couch oder sogar im eigenem Zimmer in der Wohnung des Gastgebers. Man kann sich austauschen, miteinander kochen oder durch die Stadt laufen. Abeid, unser Host in Moshi hatte uns dann aber geschrieben, dass bei ihm zuhause gerade alles voll ist und dass er uns etwas anderes organisiert hat. Wir waren erstmal voll verwirrt und haben an einen Freund von ihm gedacht, aber er hatte uns einfach ein Apartment in einem Art Hostel gebucht. Irgendwie fühlte sich das echt komisch an. Ein Mann, den wir nicht kennen, schenkt und aus dem nichts zwei Nächte in einem Appartement mit kostenlosen Essen und Trinken; das war schon echt komisch. Besonders weil wir ihm am Anfang gar nicht vertrauen konnten, dass er das einfach so macht, weil er nett ist. Am Ende war es natürlich echt schön. Wir haben den Kilimanjaro an einem Abend gesehen und am späteren Abend sind wir noch zu seiner Familie nach Hause und haben mit ihnen gegessen.



Am 24. Januar nahmen wir dann unseren letzten großen Bus in Afrika, in die bis jetzt größte Stadt, in der wir waren: Dar es Salaam. Unser Bus ging über Nacht und so mussten wir bis zum Abend noch warten. Wir gaben unser Gepäck beim Busunternehmen ab und machten ein bisschen Bar- und Restaurant-hopping. Hier entstand dieses legendäre Bild:

In Dar es Salaam angekommen fühlte es sich so an, als ob wir etwas geschafft haben. Die Ankunft war für uns irgendwie so ein kleiner Abschluss von Afrika. Wir sind einfach ohne Flugzeug vom Atlantik an den indischen Ozean, also einmal quer durch Afrika gefahren. Ich bin schon sehr, sehr stolz das das alles so funktioniert hat und das mit nur ein bisschen Planung. Ich hatte in Deutschland oft das Gefühl wir werden komisch angeschaut, wenn wir sagen, dass wir nichts vorgebucht haben oder uns tausende Reiseführer durchgelesen haben, aber es hat trotzdem geklappt.
Dar es Salaam war schon sehr groß und wir waren sehr glücklich mal wieder richtige Häuser und Straßen zu sehen. Genauso geflasht waren wir vom Supermarkt. Hier gab es sogar Rittersport Schokolade oder Heinz Ketchup. Was auch besonders spannend ist, ist der arabische Einfluss in Dar es Salaam. Ich hatte das Gefühl, dass es fast gleich viele Christen wie Muslime gibt. So konnte man viele Kirchen aber auch Moscheen sehen. Unsere To-Dos in Dar es Salaam waren eigentlich nur das Fährtickt holen und für mich ein Tansania Trikot kaufen. Und so ging es am 27. schon wieder weiter nach Sansibar.






Der Hafen war mal wieder Stress pur. Hier versuchen wieder sehr viele Menschen, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. So gibt es Menschen, die das Gepäck tragen und dann am Ende ordentlich „Trinkgeld“ wollen. Wir haben ihnen von Anfang an gesagt, dass wir unser Gepäck selbst tragen wollen und ihnen kein Geld geben wollen, aber das war ihnen egal. So haben sie unser Gepäck getragen und als wir dann am Ende ganz deutlich gesagt haben, dass wir nichts zahlen waren sie kurz mega traurig und angepisst, sie waren dann aber auch ganz schnell weg. Die Überfahrt war echt toll. An sich war die Fahrt wahrscheinlich gar nicht so besonders, aber weil alle Menschen vor Ort in den Urlaub fahren war die Stimmung echt super. Und besonders unsere Stimmung war toll. Auf Sansibar angekommen fühlte es sich an wie in einem Film. Irgendwie wie eine Pirateninsel in der Karibik.

Von einer Begegnung muss ich unbedingt noch erzählen. Da Sansibar eine halb Autonome Region von Tansania ist mussten wir hier nochmal etwas ausfüllen und bekamen nochmal einen Stempel. Ich hatte das neue gekaufte Trikot von Tansania an und so hatte mich der Beamte darauf angesprochen. Irgendwann im Gespräch frage er mich, was mein Lieblingsteam ist. Ich habe ihm natürlich gesagt, dass es der VfB Stuttgart ist. Er überlegte kurz und sagte: „Undav“. Das war für mich so krass, das irgendein random Grenzbeamter den VfB und Undav kannte. Wir haben uns dann noch Check gegeben und ganz lieb tschüss gesagt. Wir hatten ein bisschen das Gefühl, dass die anderen Menschen ein bisschen verwirrt waren, warum wir so lachten und uns Check gegeben haben. Das war mal wieder ein Beispiel, dass Grenzbeamte sehr oft echt freundlich und nett sind.
Mit dem Taxi ging es dann noch zum Hostel, in dem jetzt erstmal chillen angesagt ist. Ich kann und muss natürlich aber noch ein Bild vom Strand nebenan zeigen.





Heute ist schon unser dritter Tag hier auf Sansibar, es ist also noch was passiert. Das kommt aber erst im nächsten Blog-Beitrag. Ich nehme mir vor, dass ich wieder öfter schreibe. Und ich glaube, dass die Chance doch ganz hoch ist, da wir jetzt einfach mehr Zeit haben und nach und nach auch mehr Kraft. Drauf freue ich mich jetzt hier besonders. Einfach mal entspannen, nicht mehr alles neu lernen müssen und ein bisschen einen schöneren Alltag leben.
Tschüssi ich gehe jetzt noch einmal kurz mit Musik an diesen wunderschönen Strand, der aussieht wie aus der Werbung.

