Sri Lanka Part 1

Jetzt schon vor zweieinhalb Wochen sind wir hier auf Sri Lanka angekommen. Was die letzte Zeit so passiert ist, dass erzähle ich euch nun:

Unser Flug war irgendwie ein bisschen wie unser erster Flug. Erstmal waren wir richtig aufgeregt und glücklich, nach und nach wurden wir dann aber ganz schön müde und alles wurde anstrengend. Dubai fühlte sich echt komisch an. Wir kamen ganz früh morgens an, dann waren wir so übermüdet und die vielen, neuen Eindrücke prasselten nur so auf uns ein, sodass es sich wie ein Traum anfühlte. Zum Glück hatten wir ordentlich Zeit zwischen den beiden Fliegern, sonst wäre es echt knapp geworden. Nicht weil wir Verspätung hatten, sondern weil wir bei diesem großen Flughafen wirklich vollkommen lost waren. Wir mussten erstmal verstehen, in welchem Terminal wir sind, dann in welches wir müssen und dann den Shuttle finden. Der brachte dann echt fast eine halbe Stunde. Beim Warten am Gate sind wir dann sogar eingeschlafen. Dann ging es nochmal hoch in die Luft, bis wir so nachmittags in Colombo gelandet sind.

Am Flughafen, als wir bei der Immigration anstanden, hatten wir eine lustige Begegnung. Hier quatschte uns eine einheimische Frau auf deutsch an. Es stellte sich heraus, dass sie in Filderstadt in der Filderklinik arbeitet und jetzt in Sri Lanka Urlaub macht.

In den ersten Momenten am Flughafen, waren für mich besonders die Menschen ganz anders. Ich weiß gar nicht was genau, aber es war irgendwie alles anders. Im Hostel hatten wir dann auch noch viele süße Begegnungen. Wir wurden sehr herzlich von den Menschen vom Hostel empfangen. Wir bekamen typisches Essen aus Sri Lanka, Reis mit verschiedenen Currys und wir mussten direkt ein Brettspiel von vor Ort spielen. Meine Familie sollte es von meiner Oma kennen: es heißt Carrom. Irgendwie haben wir uns jetzt schon ein bisschen dran gewöhnt aber ich weiß noch wie besonders es war, als einfach alle Menschen ein Lächeln im Gesicht hatten. In unserem ersten Hostel haben wir natürlich auch wieder Deutsche getroffen. Irgendwie sind die wirklich überall auf der Welt. So haben wir dann die zwei Abende in Colombo oft mit Kartenspielen verbracht. Colombo an sich ist wirklich nicht schön. Es gibt nur ein zwei Orte, die sehenswert sind, die haben wir aber auch ausgelassen, weil wir einfach keine Lust hatten und noch echt müde von der Fahrt waren.

Von Colombo ging es dann mit dem Zug weiter. Und wow waren wir begeistert. Da saßen die überforderten Backpacker, hier sprangen die Einheimischen in den Zug, dort gab es noch den einen Stand wo man alles kaufen konnte und dann rollten noch gefühlt alle 15 min mehrere Züge in den Bahnhof. Das war irgendwie eine tolle Stimmung.

Colombo Hauptbahnhof
Zugfahren in Sri Lanka

Wir fuhren mit dem Zug mittags los. Erstmal durch die hässlichen Vororte von Colombo und dann durch wunderschöne Landschaften, die sich ständig änderten. Der Zug war eigentlich echt leer, schnell und besonders pünktlich. Ich habe eine Weile mit Musik auf den Ohren aus der offenen Tür die Landschaft angeschaut, das war wirklich sehr schön. Langsam wurde es Abend und die Sonne ging unter. Im Abendrot sah alles nochmal viel schöner aus. Wir sind noch ein bisschen im Dunkeln über die Schienen gerattert und dann waren wir in Habarana. Hier ging die Freundlichkeit direkt weiter: der Besitzer des Guesthouses holte uns mit seinem Tuktuk direkt am Bahnhof ab. Dann wurde uns noch Essen gemacht und wir haben mit ihm ausgemacht, dass er uns zum Sonnenaufgang zu einem Felsen bringt, wo der Sonnenaufgang besonders schön sein soll.

So ging es für uns morgens um 4:30 los. Auf dem Weg hatten wir sogar eine Begegnung mit einem Elefanten. Wir fuhren mit dem Tuktuk über dunkle, kleine Straßen im Wald und plötzlich war unser Fahrer ganz aufgeregt und sagte die ganze Zeit Elefant. Wir zwei, vollkommen verschlafen hinten auf der Rückbank, waren natürlich auch direkt voll wach und haben versucht etwas zu erkennen. Es war aber einfach zu dunkel und dann waren wir schon weg. Am Felsen angekommen zahlten wir unsere 3,50€ Eintritt und dann ging es hoch. Auf dem Weg zum Felsen sind wir fast keinem anderen Auto begegnet und plötzlich war alles voller Touristen. Alles aber echt entspannte Touristen, also eher in unserem Alter und auch mit Rucksack unterwegs. Die Stimmung beim Sonnenaufgang war wirklich wunderschön. Ich fand den Nebel in Jungle besonders schön. Die Aussicht auf den Sigiriya Felsen war natürlich auch wunderschön.

Sonnenaufgang in Sigiriya

In Habarana und drum herum haben wir nicht mehr viel gemacht. Im Nachhinein hätten wir doch ein oder zwei Tage länger bleiben sollen, da die Landschaft echt schön war und im Gegensatz zu Ella (hier waren wir ein paar Tage später) war hier nichts los. Trotzdem ging es für uns einen Tag später schon weiter. Diesmal mit dem Bus nach Kandy. Kandy ist eine eher große Stadt im Gebirge. Eine Sehenswürdigkeit ist der Zahn-Tempel, hier liegt anscheinend der Zahn Buddhas, deshalb sind hier auch sehr viele einheimische Touristen unterwegs, die sich Richtung Tempel aufmachen.

Wegen unseren Busfahrten in Afrika waren wir nicht so geschockt vom Bus, aber ich kann mir vorstellen, dass wenn man frisch aus Deutschland kommt, man echt einen kleinen Kulturschock hat. Der Bus rast wirklich so schnell, dass du irgendwann einfach nur noch hoffen kannst, dass nichts passiert. Während der Fahrt werden alle kleineren Fahrzeuge einfach weggehubt, das bedeutet der Busfahrer hubt und dann müssen sie so schnell wie möglich zur Seite.

Kandy fand ich ehrlich gesagt echt kacke. Alles war irgendwie dreckig und durcheinander und mir dann viel zu viel. Unsere Ausflüge zum Ambuluwawa Tower, zum „Big Buddha“ und natürlich zum Zahntempel waren trotzdem echt schön. Hier ein paar Bilder:

„Big Buddha“
Ambuluwawa Tower

Von Kandy nahmen wir dann den berühmten Zug nach Ella. Da auf Sri Lanka fast jeder eine ähnliche Route nimmt fahren hier wirklich sehr viele Touristen mit dem Zug von Kandy durch die Berge ins kleine Bergdorf Ella. Über zwei Wochen vorher ist der Zug schon ausgebucht und man kann nur noch Tickets ohne Reservierung kaufen. Für uns ging es früh morgens los, da wir noch gehofft hatten, dass wir vielleicht ein storniertes Ticket ergattern können. Das wurde aber nichts und so mussten wir die ersten zwei Stunden stehen haben dann aber zwei Plätze gefunden und konnten den Rest der Fahrt sitzen. Die Landschaft war wirklich toll. Wenn man auch die Alpen kennt, dann ist die Fahrt nicht die ganze Zeit spektakulär, aber die Passagen, wenn der Zug zwischen Teeplantagen fährt sind wirklich besonders gewesen. Die bewaldeten Abhänge waren sehr bekannt, die Tee- und Reisplantagen aber völlig neu.

Warten mit Touristen

In Ella hatten wir für eine Nacht ein Hostel außerhalb der Stadt. Um in die Stadt zu kommen brachte man zwar immer ein teures Tuktuk, aber dafür war die Aussicht und die Lage direkt in der Natur echt schön.

Im Hostel haben wir zwei andere Reisende, auch in ihrem Gap-Year, wieder getroffen. Das man Menschen wieder trifft passiert hier echt oft, weil, wie gesagt, jeder eine ähnliche Route macht.

Am nächsten Morgen sind wir zu einer Teeplantage. Hier wurde uns erklärt, wie man schwarzen, grünen und weißen Tee macht – übrigens alles aus einer Pflanze. Währenddessen durften wir probieren und zuschauen wie der Tee gemacht wird. Im Garten des Besitzers konnten wir noch eine Menge besondere Gewürze anschauen.

Wir dachten, dass wir ein Hostel direkt in der Stadt besser finden würden und deshalb sind wir umgezogen. Vielleicht war es eine bisschen blöde Idee im Nachhinein, weil wir irgendwie ordentlich enttäuscht wurden. Für uns wirkte es wie das Hostel, zu dem alle hingehen und deshalb muss es natürlich gut sein. Viel los war auf jeden Fall, aber irgendwie war alles nicht so schön: viel zu kleine Zimmer, quasi kein Ort zum einfach mal sitzen und die Stimmung war, trotz vieler Menschen, auch nicht besonders gut. Irgendwie haben wir echt hohe Ansprüche, damit ein Hostel so richtig gut ist. Eine Mischung aus nicht zu viele Menschen, aber auch nicht zu wenige, nicht zu arg in der Stadt, aber auch nicht zu weit draußen und und und. Sowas kann man dann natürlich auch nicht immer haben.

Ella an sich ist wirklich gar nicht schön – vollkommen überlaufen. Dort sind es dann auch nicht mir nur irgendwie jungen Backpacker sondern große Reisegruppen, die mit richtigen Reisebussen angekarrt werden. So wurden und werden überall in der Stadt Hotels, fette Restaurants oder Tourishops gebaut. Die Landschaft außerhalb ist aber wirklich sehr schön. Hier kann man perfekt wandern. Das haben wir dann auch gemacht. Zuerst mussten wir aber natürlich auch zum völligen Tourispot: die berühmte Nine-Arches-Brücke. Wir haben sogar im Regen auf den Zug gewartet, aber es kam leider keiner.

Nine Arches Bridge

Bei unsere Wanderung zum Ella-Rock hatten wir echt Glück: das Wetter hielt einigermaßen.

Wandern über Schienen

Am nächsten Tag schüttete es dann aber den ganzen Tag. Eigentlich wollten wir noch eine andere Wanderung machen, das mussten wir dann aber absagen. Dafür sind wir im strömenden Regen zu einem Tempel. Wir waren so blöd, dass wir einfach vergessen hatten, dass man seine Schuhe ja ausziehen muss und so mussten wir mit nackigen Füßen durch den Regen watscheln. Unsere Blicke, als wir realisiert hatten, dass wir das vergessen hatten waren echt legendär. Nach kurzer Eingewöhnungsphase war es dann aber doch nicht so schlimm und irgendwie war es ein tolles Erlebnis mit allen Einheimischen im Regen, barfuß durch die nasse Tempelanlage zu laufen.

Meiner leichten Erkältung hat es auf jeden Fall nicht geholfen und so war ich die nächsten Tage echt krank.

Trotzdem ging es am nächsten Tag in den Süden. Das wir auf der Busfahrt zwischendrin einen Reifen wechseln mussten überraschte uns nach Afrika nicht mehr wirklich. Die 4,5 Stunden Fahrt kostete übrigens 2,14€ pro Person.

In Tangalle angekommen hatten wir ein echt tolles Guesthouse: Gutes, günstiges Essen, eine nette Besitzerin, sehr gute Lage und ein großes Zimmer mit eigenem Bad. Die Tage in Tangalle war ich leider krank oder zumindest nicht wirklich gesund, sodass alles ordentlich anstrengend war. Trotzdem haben wir ein paar Sachen unternommen. Zum Beispiel waren wir an verschiedenen Stränden und haben ein Kajak ausgeliehen, mit dem wir dann durch die Mangroven gefahren sind. Einer der Strände dort geht auf jeden Fall in meine Top 5 der Strände, die ich besucht habe. Hier ein paar Bilder:

Jetzt sind wir Midigama, einem kleinen Ort weiter westlich an der Südküste. Der Ort hat einen sehr, sehr schönen Vibe. Viele Surfer und Reisende, die ähnlich sind wie wir. Genauer erzähle ich aber im nächsten Blog. Der sollte dann auch ordentlich früher kommen und ordentlich kleiner sein.

Grüße Maximilian : )