Chiang Mai, Nationalpark und Erdbeben

Um kurz vor 9:00 ist der Zug an seiner Endhaltestelle Chiang Mai angekommen. Der Bahnhof war, wie viele andere Bahnhöfe hier, sehr schön gepflegt. In Chiang Mai waren zwar nicht so viele Blumentöpfe wie bei vielen anderen kleinen Bahnhöfen, an denen wir vorbeigefahren sind, aber dafür war das Gebäude sehr schön.

Das Tolle war, dass unser Fahrer, den wir über die App Bolt bestellt hatten, sehr schnell kam. Im Guesthouse angekommen, durften wir sogar direkt einchecken. Kaum waren wir im Zimmer, lagen wir schon im Bett und wir haben ein bisschen geschlafen. Wir haben uns dann noch ein bisschen die Gegend angeschaut und gegessen, mehr aber nicht gemacht.

Ein bisschen Chiang Mai erkunden

Die nächsten zwei Tage haben wir auch nichts richtig Großes gemacht. Irgendwie hatten wir gedacht, dass wir in Chiang Mai genauso wie in Bangkok vieles einfach so anschauen können. Damit meine ich: einfach in die Bahn oder in den Bus einsteigen und dann Sachen in der Stadt anschauen und ins Leben eintauchen. Das war hier in Chiang Mai aber echt schwer. In der Innenstadt gab es vor allem Touristen und kein authentisches Leben, und um weiter rauszukommen, musste man sich immer einen Bolt-Fahrer holen. So haben wir uns am Anfang ein bisschen schwergetan und ich war ein bisschen enttäuscht. Trotzdem haben wir die Tage natürlich einiges erlebt. Hierzu mal ein paar Fotos:

Lia auf dem Markt
Leckeres Frühstück
Der „Night Market“ vor der Nacht
Roller
Hier Tempel
Night Market
Komischer Avocado Smoothie

Unsere zwei großen Aktivitäten um Chiang Mai herum

Eigentlich sind wir keine Fans von Touren, aber die meisten tollen Sachen, die man in Chiang Mai machen kann, sind eher außerhalb und so mussten wir doch eine Tour machen. So sind wir am 24. März schon um kurz nach 6 aus dem Haus gegangen. Nach einem Frühstück bei 7Eleven, das aus zwei Schinken-Käse-Sandwiches für mich bestand, ging es zum Burger King. Hier stand nämlich unser Bus. Ja, wir hatten wirklich einen richtig peinlichen großen Reisebus. Unser Guide für den ganzen Tag war eine sehr typische thailändische ältere Frau, die quasi immer redete. Die Tour dauerte den ganzen Tag, also gab es viele Orte, an denen wir gehalten haben: Heiße Quellen, ein komisches Dorf und drei große Tempelanlagen.

Unseren ersten Halt hatten wir an den „Hot Springs“. Hier gab es einen Kakao für mich, während wir unsere Füße ins warme Wasser hielten.

Der nächste Stopp war dann am sogenannten „Long Neck Village“. Wir haben schon bevor wir in Thailand waren mehrte Berichte gelesen, dass die Menschen dort nicht ganz freiwillig sind und nicht gut behandelt werden. Außerdem fühlte es sich sehr komisch an, in ein Dorf von Menschen zu gehen, welches nur da ist, damit Touristen die Menschen anschauen können. Das erinnert mich ein bisschen an irgendwelche Völkerschauen. Hat also wirklich einen komischen Beigeschmack. Wir sind also nicht ins Dorf gegangen und haben hier oben gewartet:

Nach einer längeren Fahrt kamen wir dann an unserem Highlight an – der Wat Rong Khun Tempel oder einfach „White Temple“. Das Besondere an diesem Tempel (außer dass er wunderschön ist) ist, dass dieser Tempel erst 1997 erbaut wurde, also war alles sehr neu. Das ganze Gelände ist voll mit kleinen Figuren oder anderen Easter Eggs. So ist zum Beispiel im Inneren des Haupttempels ein Bild, auf dem auch moderne Dinge, wie zum Beispiel Pikachu, oder Raketen abgebildet sind. Das bedeutet aber nicht, dass hier nur moderne Dinge für Touristen sind. Der Rest des Innenraums war wie jeder andere Tempel. Das Ganze kann natürlich Fragen aufwerfen: „Ist das jetzt wirklich echt?“ Ich finde es aber irgendwie toll. So schafft man etwas neues Schönes, was für alle da ist. Dazu kommt natürlich noch der künstlerische Gedanke vom Architekt dazu.

Mir hat es hier also sehr gefallen. Besonders, weil ich solche Parkanlagen liebe.

Wat Rong Khun – White Temple
Der Weg in den Tempel
Das Klo-Haus
Wir haben unsere Wünsche aufgehängt

Hier gab es dann noch unser Mittagessen nachdem wir fast in der Sonne gestorben wären, aber dann ging es auch schon weiter. Diesmal zum „Blauen Tempel“. Dieser Tempel wurde vom Schüler, des Architekten vom weißen Tempel entworfen, also ist er auch neuer. Uns hat er zwar nicht so sehr gefallen wie der Weiße, trotzdem war er schön.

Die Sonne hat mich müde gemacht

Wir wurden langsam müde, aber es ging nochmal weiter. Diesmal haben wir an einem großen Buddha-Kopf einen Halt gemacht. Die Köpfe sind für uns seit Sri Lanka eigentlich nichts besonderes mehr, weil man quasi auf jedem Hügel einen sieht. Dieser Buddha war aber wirklich riesig. Hier mal ein Bild:

Und das war’s dann! Nach den wirklich langen und anstrengenden Tag hat auf der Rückfahrt fast jeder geschlafen.

Am nächsten Tag hatten wir eine nächste große Aktivität. Hierzu wurden wir mittags von einem kleinen Van eingesammelt und dann ging es in die Berge. Dort angekommen gab es eine kleine Sicherheitsanweisung. Wir sind nämlich eine Zipline gefahren. Am Anfang waren es noch kleine Ziplines. Später ging es über das ganze Tal. Besonders die ganz langen Ziplines über das Tal waren ganz, ganz toll – dieses Rasen über den Bäumen: Wow!

Ich hab leider fast keine Bilder gemacht. Hierauf sieht man aber das Tal, über welches wir geflogen sind.

Mit dem Roller in die Natur

Zwischendrin mussten wir uns mal entscheiden, wie es jetzt weitergeht. Eigentlich wollten wir noch in den Süden fahren – die typischen Strände und Inseln von Thailand sehen. Es wurde uns dann aber irgendwie zu viel und schon allein der Gedanke, dass wir noch in den Süden fahren müssen, dort dann noch einen schönen nicht überlaufenen Ort finden müssen; das war uns zu viel. So haben wir uns entschieden, im Norden zu bleiben und uns nicht stressen zu lassen. In den Süden von Thailand kommen wir bestimmt nochmal. Beim Planen von unseren nächsten Schritten hatten wir die Idee, dass wir mit einem Roller selbst in die Natur fahren. So haben wir uns den Roller ausgeliehen und sind losgefahren. Am Anfang ging es noch entspannt an einer Bahn entlang, dann wurden die Straßen aber größer, lauter und schneller. So fegten wir mit 80 durch die Mittagshitze. Dann gab es erstmal eine Pause mit dem besten iced Thai Tea.

Nach einer 15-minütigen Fahrt sind wir dann endlich im Doi Inthanon Nationalpark angekommen. Hier gab es gefühlt an jeder Ecke einen Wasserfall oder andere schöne Stellen, und so haben wir uns einfach ein paar Stellen auf Google Maps herausgesucht, die auf der Strecke zu unserer Unterkunft waren. Hier mal ein paar Bilder:

Die Stimmung war echt toll. Wir konnten überall hinfahren, wohin wir wollten. Endlich war nicht mehr alles trocken und braun, sondern grün und es war angenehm kühl. Dazu kam noch, dass hier quasi kein Verkehr war. Am Abend kamen wir dann bei unserer Unterkunft in einem nochmal abgelegeneren Tal an. Hier hatten wir einen kleinen Bungalow etwas weiter unten am Hang, ganz für uns alleine. Die Aussicht war wunderschön, obwohl es in dieser Jahreszeit leider keine schönen Reisefelder gibt.

Dazu war es noch vollkommen still hier. Man hat nur manchmal ein Motorrad den kleinen Weg hochfahren gehört oder das Gackern der Hühner, die vorbeikamen.

Am nächsten Tag ging es dann ganz früh morgens weiter mit dem Roller, da wir noch einiges sehen wollten. Wir sind erstmal zu einem Ort mit zwei Pagodas und einem sehr schönen Park gefahren und dann das letzte Stück auf den Doi Inthanon gefahren. Der Doi Inthanon ist mit 2565 Metern der höchste Berg Thailands. Leider hatten wir wegen dem vielen Feinstaub wirklich fast keine Sicht auf die anderen Berge. Hier in Thailand ist gerade nämlich Burning Season, das bedeutet, dass viele Bauern ihre Erntereste verbrennen. Dazu kommen dann noch Waldbrände und Abgase von Autos und Fabriken. So ist die Feinstaubbelastung in dieser Zeit echt grauenhaft und man sieht richtig, wie der Rauch in den Hügeln oder in den Städten sitzt.

Der höchste Punkt Thailands
„Tolle“ Aussicht

Unser Erdbeben-Erlebnis

Und dann ging es wieder zurück nach Chiang Mai. Wir hatten noch einmal vollgetankt und sind anschließend raus aus dem Park gefahren. Eigentlich dachten wir, dass nichts Besonderes passieren würde, aber dann, als wir an einem 7Eleven Pause machten, kam das Erdbeben. Wir waren schon ein bisschen fertig und müde von der Fahrt aus dem Nationalpark und hatten uns hier unser Mittagessen geholt. Unser Essen war fast ganz weg und wir saßen beide nach vorne abgestürzt am Bordstein, als ich plötzlich das Gefühl hatte, dass ich wanke. Erstmal hatten wir beide gedacht, dass wir so fertig sind und deshalb anfangen zu schwanken. Es höre aber nicht auf und als ich zu Lia sagte, dass ich gerade irgendwie schwanke, fing es richtig an. So schlimm wie ihr euch das vorgestellt habt, war es aber wirklich nicht. Für ein paar Sekunden war es schon unangenehm und wir sind aufgestanden und haben uns schnell überlegt, was wir jetzt machen sollen, dann war es aber schon vorbei. Obwohl es nicht so stark wie in Bangkok war, war es ein sehr krasses Gefühl, wie die ganze Erde wackelte. Ich habe gesehen, wie die Straßenlaternen, die Kabel und das Wasser in der Flasche vor mir gewackelt haben. Plötzlich war jeder wie aus dem Alltag herausgerissen: Keiner hat mehr in sein Handy geschaut, die Kassierer haben aufgehört, und jeder, der gelaufen ist, ist erstmal stehen geblieben. Wir waren zwar geschockt und durcheinander, aber es war wirklich nicht schlimm. Ich fand eher, dass es eine tolle Erfahrung war, was jetzt natürlich ein bisschen komisch klingt, wenn man schaut, was in Bangkok und in Myanmar passiert ist. Ich habe einfach ein Erdbeben miterlebt; das war echt krass.

Für uns ging es dann nochmal fast zwei Stunden durch die pralle Mittagssonne. Zwischendrin mussten wir uns immer mal wieder stupsen und uns erinner, dass wir ein Erdbeben miterlebt haben.

Am nächsten Tag fuhren wir noch ein bisschen weiter in den Norden; nach Pai.

Liebe Grüße aus Pai; Maximilian.